
Was aus den Trinkwasserhähnen in die Offinger und Schnut-tenbacher Haushalte fließt, ist farb-los, klar, kühl, geruchlos und schmeckt gut. Bei der Einweihung des Hochwasserspeichers waren Bürgermeister Thomas Wörz, Ratsmitglieder und Bauleute außerdem stolz darauf: Wasser ist in genügender Menge da und kommt mit ausreichendem Druck zu den 4200 Bürgern und Firmen.
Allgemeine Freude machte sich am Dientag am Kapellenweg breit, wo am Rand der sogenannten Wasserreserve gefeiert wurde. Der Anlass: Nach 13 Monaten Bauzeit die Übergabe der neuen, vergrößerten Anlage. Geistliche beider Konfessionen, Bernd Reithemann (Pfarrei Offingen) und Stefan Berlin (evangelische Kirche Günzburg) erinnerten an das Urelement Wasser. „Es ist der Ursprung des Lebens“, sagte Stefan Berlin, „ohne Wasser auch heute keine Lebensgrundlage.“ Bernd Reithemann steckte in die Fürbitten den Wunsch, stets Leben spendendes „Wasser für Leib und Seele“ zu haben.
Segen der Pfarrer
Beide Pfarrer betraten segnend den Vorraum zu den zwei Kammern, in denen gläserne Türen den Blick auf die von Scheinwerfern angestrahlte Wassermenge erlauben. Der Zutritt zu den Behältern ist verboten, damit keine Krankheitserreger ins Wasser gelangen.
Im Keller sah man in Edelstahlrohren die Zuleitung von den Quellen an der Remsharter Straße, die Anbindung ans Wasserversorgungsnetz, die Verknüpfung mit dem alten Hochbehälter nebenan (im Jahr 2008 aufwendig saniert) sowie die Be- und Entlüftungseinrichtung samt Messgerätschaften.
Thomas Wörz, in dessen erste Bürgermeistertätigkeiten der Bau des eine Million Euro teuren Speichers fällt, lenkte die Aufmerksamkeit der 60 Gäste auf den Pflichtbeitrag der Kommune: Jetzt ist nach seinen Ausführungen „Wasser in ausreichender Menge da für die Bevölkerung, die Betriebe und die Feuerwehr“.
Bei aller Freude über das gelungene, optisch interessante Bauwerk und den gut in die Landschaft eingefügten Hochbehälter wollte Wörz nicht verschweigen: „Wegen der Investition der letzten Jahre wird der Wasserpreis im Moment neu kalkuliert“. Neue, sicher erhöhte Gebührenbescheide kündigte der Redner für das Jahr 2011 an. Heute zahlt der Verbraucher einen Kubikmeterpreis von 55 Cent; der ist sehr günstig, vergleicht man ihn mit Ichenhausen (knapp unter 100 Cent).
Planer Ingmar Plettenberg (Ursberg) und Bauleiter Adolf Stapf von der Firma Eco-Bau Krumbach konnten ein Lied von der „anderen Seite der Medaille“ singen. Machte zuerst der lange, schneereiche Winter den Bauleuten zu schaffen, kämpften sie hernach gegen feuchtes Frühlingswetter und sommerlichen Platzregen. Es gab keinen ernsten Arbeitsunfall, bilanzierte Stapf. Laut Vorschau genügt das in den neuen, brillenförmigen Rundbehältern und im alten Speicher ge-sammelte, über eine Druckerhöhungsanlage verfügbare Trinkwasser „für die nächsten 20 Jahre“.
Zu den erfreulichen Erscheinungen im Wasserverbrauch rechnete Ingmar Plettenberg den „drastischen Rückgang der Viehhaltung (seit 1990 etwa 65 Prozent weniger) und lobte auch die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen (40 Prozent weniger Wasserverluste) an den Leitungen. Dieser Lobesliste durfte Dr. Rüdiger Zischak, der Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes, voll zustimmen. Offingen besitze eine besonders hohe Wasserqualität, gratulierte er.